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Smart Agent Technologies is online with a new look and feel!

23th of September 2008

An updated version of our homepage is online! You will find the latest information about our current activities including business services, research projects, publications & more...


Research Studios Austria established as an independent spin-off

17th of June 2008

With retroactive effect from 1st of June the Research Studios Austria were established as as a spin-off independent from the Austrian Research Centers (ARC). The Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH now acts self-contained research facility and represents a new player in the research scene of Austria.

Press information Spin-Off Research Studios Austria


Zukunftsmusik aus dem Handy

Der Standard - 16.1.2006

Schon jetzt kommt Musik aus dem Telefon. Aber bald soll das Gerät erkennen, was wer wann und wo gerade hören will - und das passende Musikangebot anbieten

Die Sache ist eigentlich einfach. Schließlich ist es eine Binsenweisheit, dass man nur verkaufen kann, wenn man weiß, was der Kunde will. Das weiß jeder Greißler - und lebt davon. Und im Grunde, meint Erich Gstrein, arbeite er an der Umsetzung eben jenes Prinzips. Nur eben nicht im echten, sondern im virtuellen Geschäftsraum - und da werde das prinzipiell Einfache kompliziert: Weil ein Webportal kein Nahversorgungsladen am Hauptplatz (inklusive "Gespür" des Personals) ist. Und weil die von Gstrein zu verwaltende Warenmenge das Greißler-Angebot übersteigt: Gstrein leitet in den Wiener "Smart Agent Technologie"(SAT)-Research Studios das Projekt "Ericsson-Mediasuite". Ein laut Techniksprech, "komplexes Empfehlersystem zur Personalisierung von Content für Mobile Devices. Das Projekt beschäftigt sich mit der anwendergerechten Distribution von Content für Mobile Devices mit Schwerpunkt Musik".

Auf Deutsch: Gstrein tüftelt an schlauen Plattformen, auf denen nicht einfach Millionen Musiktitel zum Download auf die aktuelle (oder - je nach Usersozialisation - nächste oder übernächste) Handygeneration herumkugeln, sondern die wissen, ob einem Kunden, der sich für die Black Eyed Peas interessiert, eher Wagner oder Shaggy dazu haben will. "Adaptive Personalisation" nennt sich das, erläutert Gstrein - und soll "Übersicht in eine ansonsten unüberschaubare Datenmenge zu bringen". Und Musikdownloads für das Handy seien da "nur ein erster Schritt."

Doch schon bei dieser ersten Stufe komme man mit einem simplen Was-bisher-gekauft-wurde-Datenabgleich nicht sehr weit: Im Supermarkt gelte zwar, dass "wer Bier kauft, oft auch Chips nimmt", aber bei Musik ist halt nicht so klar, ob Chips nicht manchmal Schokolade oder Erdnüsse sind: "Genre-Bezeichnungen sind oft widersprüchlich - und das Etikett Pop ist so weitläufig, dass es zu nichts führt."

Und so werken die SAT-Forscher zum einen an Personalisierungsmechanismen, die das Verhalten von ganzen Usergruppen untersuchen und daraus Empfehlungen generieren. Zum anderen soll auch die Navigation am Endgerät schlauer und dem Benutzerverhalten angepasster werden: "Handys sind noch ziemlich dumm - das sich etwa kaum verwendete Menüpunkte nach einiger Zeit selbst ausblenden, ist erst bei PC-Benutzeroberflächen Standard." Und mit kürzeren, schlaueren Menübäumen, ist Gstrein sicher, wird eben auch das (Online-)Navigieren per Handy komfortabler. Wobei das Realisierbare nicht mit dem technisch Machbaren ident sei: "Die Grenze ist die Akzeptanz beim User - und die ist altersabhängig." Hier gelte "je jünger desto besser": Unter-30-Jährige im Allgemeinen und die "Generation Klingelton" (11 bis 15 Jahre) im Besonderen habe aber kaum Techno-Anpassungsprobleme.

Freilich: Das Problem, eventuell Ähnliches potenziell daran Interessierten schon anbieten zu können, bevor Downloadverhalten und abfragbare Empfehlungen von anderen Usern (mit ähnlichen Vorlieben) als Referenz vorliegt, ist damit noch nicht gelöst. Doch hier helfen mächtige Programme, die Musikstücke nach ähnlichen Klangmustern und -strukturen durchsuchen können. Gstrein: "Auf Highend-Rechnern dauert diese Analyse pro Musikstück etwa 40 Sekunden".

Dass wer mit derlei Metainfo - darüber hinaus noch ergänzt durch Informationen über die Künstler, Tourneedaten oder Zugriff auf Videos - an die Besitzer von WAP- und Web-tauglichen (und längst als vollwertige MP3-Player einsetzbaren) mobilen Endgeräten herantreten kann, einen enormen Markt erreichen kann, gibt auch Klaus Kindl unumwunden zu: "Das perfekte System", so der Leiter der internationalen Ericsson-Musikentwicklungsabteilung, "würde dann erkennen, was ich wo wann gerade hören will - etwa ob ich im Auto sitz und unterwegs bin oder ob ich daheim ein Buch lese. Und dann das jeweils optimale Programm anbieten."

Dass das allzu ferne Zukunftsmusik sei, glaubt Kindl aber nicht: "Bis Ende 2006 sollen diese Services gelauncht sein - die Durchdringung des Massenmarktes ist dann einfach noch eine Frage der Zeit."

(Thomas Rottenberg/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16. 1. 2006)